HRV: Messung und Biofeedback des ANS

HRV und die Messung

Und wer ein wenig tiefer in die Materie des Autonomen Nervensystems und der Stressverarbeitung einsteigen will, kann einen Einblick bekommen, wenn das Thema Herzratenvariabilität (HRV) vorgestellt wird.

Hierbei geht es um ein wisschenschaftlich begründetes Verfahren, bei dem der Zustand des ANS gemessen werden kann.
Mittlerweile kann die HRV auch als allgemeiner Gesundheitsparameter für psychosoziale wie auch psychokardiale Gesundheit angesehen werden. In sehr vielen Studien wird die HRV zudem als Wirksamkeitsmaß heran gezogen (Beispielsweise für Entspannungtechniken, Yoga, Rolfing etc, aber auch für medikamentöse Studien).

Die Abbildung ist der Anleitung des HRV Scanners (Fa. Biosign) entnommen.

HRV bedeutet zunächst, dass das Herz nicht, wie ein digitales Urwerk von einem Herzschlag zum nächsten im immer gleichen Zeitabstand schlägt, sondern dass diese Abstände variieren.
Wenn diese Abweichung nun nicht chaotisch verläuft sondern in regelmäßigen Wellen, entstehen Sinuskurven ähnliche Abweichungen und wir sprechen von der Herzkohärenz.
Je höher die Amplitude dieser Abweichungen dann ist, desto höher ist die Herzkohärenz und desto besser die Stresstoleranz, die Resilienz des gemessenen Individuums.

Es gibt internationale Standards für eine Messung, für die Praxis sind hier zwei Messungen von 5 Minuten bzw. 1 Minunte Dauer aussagekräftig.
Bei der Auswertung stehen die Ergebnisse mittels PC sofort zur Verfügung und können mit den KlientInnen besprochen werden.

Die Abbildung ist der Anleitung des HRV Scanners (Fa. Biosign) entnommen.

HRV und das Biofeedback

Biofeedback ist eine wissenschaftlich anerkannte Methode, bei der physiologische Prozesse, die einem bewussten Zugriff normalerweise nicht zur Verfügung stehen, beeinflussbar werden.
Durch ein Biofeedback Training werden diese Fähigkeiten dann internalisiert und kann auch bewusst zur Verfügung stehen.

In Bezug auf die HRV hat dies dann zur Folge, dass die Stressverarbeitung sich nachhaltig ändert.
In meiner Praxis hat es sich als wirkungsvoll erwiesen, so ein Training über 3 Monate durchzuführen und zu begleiten.

Die Abbildung ist der Anleitung des myQiu (Fa. Biosign) entnommen.
Zu sehen ist ein typischer Übungsbildschirm für das Biofeedback Training. Das Gehirn erreicht mittels einer operanten Koniditionierung, dass der Ballon so hoch wie möglich steigt, was nur durch die Erhörung der Herzkohärenz erreicht werden kann. Das Trainingslevel kann dann immer wieder neu angepasst werden, um den Trainingseffekt immer weiter ausbauen zu können.
Es können eigene Fotos und auch eigene Musik/Geräusche hinterlegt werden. Dies ermöglicht das individuelle gezielte Trainieren der HRV ressourcenreicher Zustände wie auch von bekannten Stressoren.

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