Kommunikation

Sprache: des Verstandes oder des Gehirns?

Kommunikation ist ein Begriff, der für so viele Dinge steht, dass zunächst ein bisschen Klarheit geschaffen wird:

Wir machen uns klar, dass Kommunikation immer stattfindet.

Für Körpertherapeut*innen etwa ist es selbstverständlich, dass mit unterschiedlichen Gewebearten auf unterschiedliche Weise durch Berührungen kommuniziert werden kann. Aber auch auf der zellulären und interzellulären Ebene findet permanent Kommunikation statt, Hormonsysteme, Botenstoffe allerart etc. tragen dazu bei.

Die moderne Embodimentforschung geht in der Art darauf ein, dass das Gehirn ständig mit dem Körper kommuniziert, ständige Feedbackschleifen mittels des somatosensorischen Systems etc. ablaufen, Thomas Fuchs nennt das Gehirn ein Beziehungsorgan, hier zeigt sich dann auch die besondere Bedeutung der Inneren Achtsamkeit und Körperwahrnehmung.
Erkenntnisse der Epigenitik lassen darauf schließen, dass sich letztlich auf bestimmte Weise "gefühlte Gedanken" bis auf die intrazellulären Prozesse auswirken. Hier schließen sich dann die entsprechenden Interventionen aus der Systemischen Hypnotherapie an.
Da unser Gehirn in diesen ständigen Feedbackschreifen kommuniziert, werden sehr viele Informationen ständig miteinander abgeglichen und verarbeitet. Hierbei entstehen neuronale Netzwerke, auch Neuro Tags genannt, die die Eigenschaft haben, sich bei jeder Nutzung zu verstärken. Die Hepp'sche Regel besagt, dass Neurone, die gemeinsam feuern, sich vernetzen und vernetzte Neurone gemeinsam feuern. Dieses Modell erklärt sehr gut, wie sich die Phänomene von automatisierten Abläufen (Gewohnheiten, krankheitserhaltende Verhaltensweisen etc.) und auch Schmerzen in ihrer Dynamik zeigen. Diese grundlegenden neurobiologischen Erkenntnisse werden immer wieder eine große Rolle spielen in der Art, wie wir die Kommunikation nutzen.

Gängige Kommunikationsmodelle werden kurz vorgestellt (S-R, S-O-R etc.). Die Instrumente der Auftragsklärung (s.m.a.r.t. - Ziele in abgewandelter Form) werden zur Verfügung stehen. Die Vorteile einer bewussten Kommunikation ist, einfach gesagt, dass die Auswirkungen immer bewusst einbezogen werden können, die bestimmte Veränderungen mit sich tragen würden. Hier wird die Sprache des Verstandes genutzt, um auf vernünfitge Weise bewusste Erfahrungen zu erkennen und ggfs. deren Veränderungen einzuleiten.
Dabei wird auch auf den aktuellen Begriff Patient*innen-Edukation eingegangen, indem der aktuelle Forschungsstand kurz skiziiert wird und die vorgeschlagenen Interventionsmöglichkeiten für Klient*innen wie auch die anwendenden Therapeut*innen noch klarer werden.

Es wird immer darum gehen, bei der Kommunikation die Sprachen von Kognition/Verstand mit der von den unterschiedlichen neurologischen Prinzipien des Gehirns abzugleichen und zu kombinieren. Unter Anderem wird dabei auch eine Kommunikation zwischen den Arealen des Reptilienhirns (Stammhirn, Überlebensfunktionen), des Emotionalen Hirns (auch Säugetierhirn genannt, u.a. Limbisches System) und dem Frontalen Neokortex (u.a. Sitz des Verstandes) möglichst bewusst angestrebt. Diese Ausführungen verweisen folgerichtig auf die Themen Stressverarbeitung, Autonomes Nervensystem, Chronischer Schmerz, Trauma bzw. die Interventionsmöglichkeiten HRV-Biofeedback, Innere Achtsamkeit und Embodiment und den Hypnosystemischen Ansatz.

Wir kommen schließlich zu dem Ergebnis, die Sprache des Verstandes, des Gehirns und des Herzens immer im Blick zu haben und gleichzeitig zu nutzen.

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